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Pragmatische Wege in der Seelsorge

Ein Studium für Imame in der Schweiz lässt auf sich warten. Doch in der muslimischen Seelsorge bewegt sich einiges. Man setzt auf praktische Weiterbildungen für gut integrierte und sozial erfahrene Personen. […]

Der positive Effekt muslimischer Mitarbeit zeigt sich etwa im Zürcher Bundesasylzentrum Juch. Dort sind seit 2016 muslimische Seelsorgende tätig. Das Pilotprojekt wurde von den Kirchen angeregt und begleitet, vom Staatssekretariat für Migration (SEM) finanziert und mit der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, kurz VIOZ, durchgeführt.

Das mit der Auswertung des Projekts beauftragte Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) der Universität Fribourg kam zum Schluss: Asylsuchende, Mitarbeitende und das christliche Seelsorgeteam im Juch – alle fanden sie den Einsatz wertvoll. Die muslimischen Seelsorger seien wichtige kulturelle Brückenbauer und vermittelten ein offenes, humanistisches Verständnis des Islam, heisst es im Bericht weiter. Belkis Osman und ihr Kollege Kaser Alasaad sind also hochwillkommen in Juch. Allerdings müssten sie ab Juni ehrenamtlich arbeiten. Das SEM sieht keine Möglichkeit, über die Pilotphase hinaus Geld für ihre Löhne aufzubringen. Der muslimische Partner VIOZ sucht intensiv nach finanzieller Unterstützung von anderer Seite.

Osman und Alasaad besuchen jetzt schon eine Weiterbildung. Im Mai schliessen sie an der Universität Bern ihren CAS «Religious Care im Migrationskontext» ab. […] Den CAS für Gefängnisseelsorge besucht jetzt zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarren auch der bosnische Imam Sakib Halilovic. Der studierte islamische Theologe ist von der Zürcher Justizvollzugsanstalt Pöschwies als muslimischer Seelsorger angestellt.

Der Kanton Zürich engagiert sich seit längerem für die Zusammenarbeit mit muslimischen Partnern.
Aktuell im Projekt «Muslimische Spital- und Notfallseelsorge», das zusammen mit der VIOZ und den Landeskirchen entwickelt wurde. Rund zehn Personen sollen eine massgeschneiderte Weiterbildung am Zentrum für Islam und Gesellschaft in Fribourg absolvieren und, begleitet von den ökumenischen Seelsorgeteams, in Zürcher Spitälern ein Praktikum leisten.
Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care an der Uni Zürich, begleitet das Projekt wissenschaftlich und bringt sein Knowhow in Spitalseelsorge ein. […] Peng-Keller arbeitet auch anderweitig mit Fribourg zusammen: Mit Amir Dziri, Professor für islamische Studien am Zentrum, begleitet er die Doktorarbeit von Dilek Ucak-Ekinci. Die Islamwissenschaftlerin forscht zu «Grundlagen und Konzepten für eine islamische Seelsorge in Schweizer Spitälern».”

Den ganzen Artikel finden Sie hier (Seite 3).

Quelle: reformiert.info, 18.03.2018 (Printausgabe 16.03.2018)
Bildquelle: Basierend auf Screenshots von reformiert.info vom 19.03.2018

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